ADHS-Spektrum
Zurück zur Übersicht
HADHS-Dimension

Hyperaktivität

Dein Körper sucht Bewegung, um das Gehirn zu beruhigen.

So fühlt sich das an

Äußere oder innere Unruhe, Bewegungsdrang, Schwierigkeiten mit Stillsitzen.

Wie oft fühlst du dich innerlich unruhig oder unter Strom?

Auch wenn du körperlich stillsitzt, fühlt sich dein Körper an, als würde er vibrieren – wie ein Motor, der nicht abschaltet.

Wie oft musst du dich körperlich bewegen, um klar denken zu können?

Du merkst, dass du beim Telefonieren automatisch herumläufst oder mit einem Stift spielen musst, damit deine Gedanken fließen.

Wie oft zeigt sich bei dir kleine motorische Unruhe?

Du wippst mit dem Fuß, knibbelst an den Fingernägeln, zwirbelst Haare oder klickst permanent mit dem Kugelschreiber.

Wie oft hast du das Gefühl, ständig beschäftigt sein zu müssen?

Du hast mehrere Projekte gleichzeitig angefangen, weil Pausen oder Langeweile dich unruhig machen.

Wie oft fällt es dir schwer, dich zu entspannen?

Am Wochenende kannst du einfach nicht nichts tun – du musst dich beschäftigen, sonst wird es unangenehm.

Stillzusitzen fühlt sich an wie einen Juckreiz ignorieren.

Mein Körper will etwas tun, auch wenn mein Verstand müde ist.

Warum passiert das?

Was dahintersteckt

Hyperaktivität entsteht durch eine Dysregulation der motorischen Hemmung und der Arousal-Regulation. Dein Nervensystem braucht mehr sensorischen oder motorischen Input, um im optimalen Wachheitszustand zu bleiben.

Neurobiologischer Mechanismus

Die Basalganglien und der präfrontale Cortex sind an der Unterdrückung impulsiver motorischer Reaktionen beteiligt. Bei ADHS sind diese Schaltkreise weniger effizient, weshalb Bewegungsdrang nicht gut gebremst werden kann. Bewegung dient dann als Selbstregulation: Sie erhöht Dopamin und Norepinephrin und hilft dem Gehirn, fokussierter zu arbeiten.

Einordnung

Bei Erwachsenen zeigt sich Hyperaktivität oft nicht mehr als Herumrennen, sondern als innere Unruhe, Zappeln, Schwierigkeiten beim Entspannen oder das Bedürfnis, ständig etwas zu tun. Das ist keine Unreife, sondern eine anhaltende neurobiologische Eigenschaft.

Was hilft?

1Bewegungspausen einplanen

Setze dir alle 45–60 Minuten eine kurze Bewegungseinheit. Auch zwei Minuten Hampeln helfen.

2Stehtisch oder Balancekissen

Wenn möglich, arbeite im Stehen oder auf einem Kissen, das leichte Bewegung ermöglicht.

3Fidget-Tools erlauben

Kugelschreiber, Stressbälle, Spinner – alles, was kleine Bewegung kanalisiert, ohne andere abzulenken.

4Sport als Regulation

Regelmäßige körperliche Aktivität reduziert innere Unruhe und verbessert Schlaf und Fokus.

5Bewegung beim Lernen

Hörbücher beim Spazierengehen, Telefonate im Gehen führen, Lernkarten auf dem Laufband.

Quellen & Weiterführendes

  • DSM-5-TR (2022) – Kriterien Hyperaktivität
  • Barkley, R. A. (2012) – Executive Functions
  • ADHD Foundation UK / NHS Taskforce Report (2025)

Möchtest du wissen, wie stark diese Dimension bei dir ausgeprägt ist?

Der Screener erstellt dein persönliches Profil entlang aller elf Dimensionen.

Zum Screener