ADHS-Spektrum

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Strategie-Toolbox

Wähle deine aktuelle Herausforderung und finde passende Ansätze – wissenschaftlich fundiert, aber für den Alltag gemacht.

Dimension

Situation

Aufwand

55 Strategien gefunden

UnaufmerksamkeitExekutive FunktionenLeichter Einstieg
Externe Aufmerksamkeitsanker setzen

Nutze Timer, visuelle Erinnerungen oder Post-its. Dein Gehirn arbeitet besser, wenn der Fokus von außen gestützt wird.

UnaufmerksamkeitLeichter Einstieg
Single-Tasking statt Multitasking

Schließe alle Tabs, stell das Handy weg, öffne nur eine Datei. Jede zusätzliche Option kostet kognitive Energie.

UnaufmerksamkeitHyperaktivitätLeichter Einstieg
Bewegung vor konzentrierter Arbeit

Ein kurzer Spaziergang, Hampeln oder Dehnen vor einer Aufgabe kann das Nervensystem regulieren und den Fokus erleichtern.

UnaufmerksamkeitSensorische VerarbeitungLeichter Einstieg
Brown Noise oder Noise Cancelling

Viele ADHS-Hirne fokussieren sich besser mit gleichmäßigem Hintergrundgeräusch oder komplett reduzierten Reizen.

UnaufmerksamkeitExekutive FunktionenLeichter Einstieg
Sichtbarkeit schaffen

Out of sight, out of mind ist real. Wichtige Dinge offen liegen lassen, Klarsichtboxen nutzen, Türen von Schränken offenlassen.

HyperaktivitätLeichter Einstieg
Bewegungspausen einplanen

Setze dir alle 45–60 Minuten eine kurze Bewegungseinheit. Auch zwei Minuten Hampeln helfen.

HyperaktivitätMittlerer Aufwand
Stehtisch oder Balancekissen

Wenn möglich, arbeite im Stehen oder auf einem Kissen, das leichte Bewegung ermöglicht.

HyperaktivitätLeichter Einstieg
Fidget-Tools erlauben

Kugelschreiber, Stressbälle, Spinner – alles, was kleine Bewegung kanalisiert, ohne andere abzulenken.

HyperaktivitätInterozeptionMittlerer Aufwand
Sport als Regulation

Regelmäßige körperliche Aktivität reduziert innere Unruhe und verbessert Schlaf und Fokus.

HyperaktivitätUnaufmerksamkeitLeichter Einstieg
Bewegung beim Lernen

Hörbücher beim Spazierengehen, Telefonate im Gehen führen, Lernkarten auf dem Laufband.

ImpulsivitätLeichter Einstieg
Die 10-Sekunden-Regel

Bevor du antwortest, kaufst oder zusagst: 10 Sekunden warten. Das reicht oft, um den Impuls zu bremsen.

ImpulsivitätExekutive FunktionenMittlerer Aufwand
Wenn-dann-Pläne

Wenn ich das Bedürfnis habe, online zu shoppen, dann warte ich bis morgen 10 Uhr. Vorab definierte Alternativen helfen.

ImpulsivitätMittlerer Aufwand
Einkaufslisten und Budget-Apps

Gib Ausgaben Struktur, bevor der Impuls zuschlägt. Ein festes Budget reduziert spontane Käufe.

ImpulsivitätbeziehungenLeichter Einstieg
Unterbrechungen kommunizieren

Sage im Gespräch: Ich habe einen Gedanken, den ich sonst vergesse, darf ich ihn kurz loswerden?

ImpulsivitätLeichter Einstieg
Impulse kanalisieren

Schreibe den Impuls auf statt ihn sofort auszuführen. Oft genügt das, um später bewusster zu entscheiden.

Exekutive FunktionenLeichter Einstieg
Body Doubling

Arbeite parallel zu einer anderen Person – physisch oder virtuell. Die Anwesenheit allein senkt die Startschwelle.

Exekutive FunktionenLeichter Einstieg
Nur zwei Minuten anfangen

Versprich dir, nur zwei Minuten zu machen. Oft reicht das, um die Hemmung zu durchbrechen.

Exekutive FunktionenUnaufmerksamkeitLeichter Einstieg
Alles sichtbar machen

Weiße Tafel, offene Schubladen, sichtbare Listen. Was nicht sichtbar ist, existiert für dein Gehirn nicht.

Exekutive FunktionenLeichter Einstieg
Triage statt Perfektion

Frage dich: Was muss wirklich heute? Was kann warten? Was kann ich delegieren oder löschen?

Exekutive FunktionenMittlerer Aufwand
Projekte in Mikroschritte zerlegen

Steuererklärung machen ist zu groß. Ordner öffnen ist ein Schritt, den du starten kannst.

Emotionale DysregulationLeichter Einstieg
Name it to tame it

Benenne die Emotion laut oder schriftlich. Ich bin gerade wütend, überfordert, verletzt. Das allein beruhigt das Nervensystem.

Emotionale DysregulationInterozeptionLeichter Einstieg
Physiologische Pause

Kühles Wasser, Bewegung, Atemübung. Emotionen sitzen im Körper – dort kannst du sie am schnellsten regulieren.

Emotionale DysregulationMittlerer Aufwand
Mood-Tracking

Notiere, wann welche Intensität auftritt. Muster erkennen hilft, früher eingreifen zu können.

Emotionale DysregulationRejection SensitivityLeichter Einstieg
Was würde ich zu einem Freund sagen?

Selbstmitgefühl ist kein weicher Spruch, sondern eine Strategie gegen emotionale Überflutung.

Emotionale DysregulationMehr Aufwand
Therapeutische Unterstützung

Bei starken Schwankungen ist eine CBT oder Schema-Therapie sinnvoll, um alte Muster zu durchbrechen.

Rejection SensitivityLeichter Einstieg
Trigger erkennen

Frage dich: Ist das wirklich Ablehnung oder wahrgenommene Ablehnung? Ein kurzer Realitätscheck kann den Alarm dämpfen.

Rejection SensitivityEmotionale DysregulationLeichter Einstieg
Selbstbestätigung statt externer Validierung

Sammle Beweise dafür, dass du okay bist – unabhängig von der Meinung anderer.

Rejection SensitivityEmotionale DysregulationLeichter Einstieg
Nervensystem beruhigen

Kühles Wasser im Gesicht, kurze Bewegung, lange Ausatmung. Der körperliche Alarm muss zuerst runterfahren.

Rejection SensitivityMittlerer Aufwand
Gesunde Grenzen setzen

Nicht jede Kritik musst du persönlich nehmen. Übe, zwischen Feedback an deinem Verhalten und Bewertung deiner Person zu unterscheiden.

Rejection SensitivityMehr Aufwand
Medikamentöse Optionen besprechen

Bei schwerer RSD können Alpha-2-Agonisten helfen. Sprich darüber mit einem Psychiater oder einer Psychiaterin.

ZeitwahrnehmungLeichter Einstieg
Visuelle Timer nutzen

Time Timer, Sanduhr oder Apps, die verbleibende Zeit anzeigen. Abstrakte Zahlen reichen oft nicht.

ZeitwahrnehmungExekutive FunktionenMittlerer Aufwand
Time Blocking

Blocke im Kalender nicht nur Termine, sondern auch Aufgaben mit konkreter Start- und Endzeit.

ZeitwahrnehmungExekutive FunktionenMittlerer Aufwand
Rückwärts planen

Beginne bei der Deadline und plane Schritt für Schritt rückwärts. So wird die Zukunft greifbarer.

ZeitwahrnehmungLeichter Einstieg
Pufferzeit einbauen

Plane immer 50–100 % mehr Zeit ein als du denkst, dass du brauchst. Fast alles dauert länger.

ZeitwahrnehmungExekutive FunktionenLeichter Einstieg
Deadlines künstlich vorziehen

Wenn du erst unter Druck startest, setze dir eigene Deadlines vor der echten Deadline.

InterozeptionLeichter Einstieg
Regelmäßige Check-ins

Setze dir Erinnerungen für Hunger, Durst, Toilette, Pausen. Nicht, weil du dumm bist, sondern weil dein Gehirn das nicht von allein regelt.

InterozeptionLeichter Einstieg
Body-Scan kurz

Einmal am Tag bewusst durch den Körper gehen: Was spüre ich gerade? Brauche ich etwas?

InterozeptionMittlerer Aufwand
Externe Struktur für Mahlzeiten

Feste Essenszeiten, vorbereitete Snacks, Wasserflasche immer sichtbar. Mach es dem Gehirn leicht.

InterozeptionEmotionale DysregulationLeichter Einstieg
Emotionen als Körpersignale lesen

Wenn du plötzlich reizbar bist, frage: Habe ich geschlafen? Gegessen? Getrunken?

InterozeptionMasking / KompensationMittlerer Aufwand
Pausen vor dem Zusammenbruch

Plane Ruhe ein, bevor du sie brauchst. Recovery ist keine Belohnung, sondern Wartung.

HyperfokusInterozeptionLeichter Einstieg
Zeitgrenzen setzen

Mehrere Alarme stellen, die dich an Essen, Schlaf oder Termine erinnern, bevor du in etwas versinkst.

HyperfokusExekutive FunktionenMittlerer Aufwand
Wichtiges vor dem Hyperfokus

Erledige Pflichten, bevor du dich in ein Interesse stürzt. Sonst wird der Hyperfokus zur Ausrede.

HyperfokusExekutive FunktionenMittlerer Aufwand
Hyperfixation als Belohnung nutzen

Wenn ich die E-Mail geschrieben habe, darf ich eine Stunde recherchieren. So arbeitet dein Belohnungssystem für dich.

HyperfokusLeichter Einstieg
Externe Unterbrecher einplanen

Vereinbare mit jemandem, dass er dich nach einer bestimmten Zeit abholt – physisch oder virtuell.

HyperfokusMittlerer Aufwand
Wissens-Archive anlegen

Wenn du ein Interesse fallenlässt, speichere Notizen sichtbar. Vielleicht kommt es in einem Jahr zurück.

Sensorische VerarbeitungLeichter Einstieg
Reize reduzieren

Noise-Cancelling-Kopfhörer, gedimmtes Licht, komfortable Kleidung. Deine Umgebung ist kein Luxus, sondern Medizin.

Sensorische VerarbeitungInterozeptionLeichter Einstieg
Sensorische Pausen einplanen

Nach überreizenden Situationen bewusst in einen ruhigen Raum gehen, Augen schließen, Atem beruhigen.

Sensorische VerarbeitungLeichter Einstieg
Gesuchte Reize erlauben

Brown noise, Kuscheldecken, Fidget-Toys – was beruhigt, ist erlaubt, auch wenn es anderen seltsam vorkommt.

Sensorische VerarbeitungLeichter Einstieg
Vorausplanen

Wenn du einen lauten Ort erwartest, nimm Kopfhörer, Sonnenbrille oder eine Ausrede mit, um früh zu gehen.

Sensorische VerarbeitungLeichter Einstieg
Komfortkleidung ernst nehmen

Schneide Etiketten aus, trage Stoffe, die du verträgst. Kleidung ist kein Detail, wenn sie den ganzen Tag ablenkt.

Masking / KompensationMittlerer Aufwand
Masking als Kostenfaktor erkennen

Akzeptiere, dass normal wirken Energie kostet. Plane danach Erholung ein, keine weiteren Aufgaben.

Masking / KompensationRejection SensitivityMittlerer Aufwand
Sichere Menschen finden

Suche 2–3 Menschen, bei denen du die Maske abnehmen darfst. Qualität vor Quantität.

Masking / KompensationExekutive FunktionenMittlerer Aufwand
Entscheidungen reduzieren

Capsule Wardrobe, Meal Prep, feste Abläufe. Weniger Entscheidungen = weniger Masking-Energie.

Masking / KompensationLeichter Einstieg
„Ich brauche das so“ kommunizieren

Du musst nicht alles erklären. Ein kurzer Satz wie Ich brauche für das einen Timer reicht oft.

Masking / KompensationMehr Aufwand
Therapie bei chronischer Erschöpfung

Wenn Masking dich dauerhaft erschöpft, kann eine Therapie helfen, zwischen notwendiger Anpassung und Selbstverleugnung zu unterscheiden.